Wildpinkler lümmeln im Berner Hauptbahnhof

Wer beim Kurzparking im Berner Bahnhof nahe der Mauer entang läuft, dem schlägt penetranter Uringeruch entgegen. Auch die Treppe zum Bahnhofplatz wird von Wildpinklern «markiert».

Wildpinkler missbrauchen das Kurzparking des Berner Hauptbahnhofs, um ihre Blase zu entleeren. Laut Berner Zeitung, sei der Mief an der Mauer hinter dem Kebabstand besonders penetrant – doch auch die Treppe, die zum Bahnhofplatz führe, sei bei Pinklern beliebt. «Der Gestank ist grusig», sagt Hemen Jalal vom gleichnamigen Kebabstand. Selbst Männer in Anzug und Krawatte pinkelten lieber an die Mauer hinter seinem Stand, anstatt die WC-Gebühren zu berappen.

Dabei wäre die saubere Erlösung ganz nah. Denn der nahe Lift führt direkt zu einer Anlage von McClean. Aber dort kostet einmal «klein» 1.50 Franken. Auch beim Kiosk des Postbahnhofs steht den Kunden für 1 Franken ein WC zur Verfügung.

Der SBB, die für das Areal zuständig ist, ist das Problem bekannt. «Der Bereich wird ein Mal pro Woche mit Enzymreiniger geputzt», sagte SBB-Mediensprecherin Franziska Frey der BZ. Ausserdem führe der Reinigungsdienst Sichtkonrollen durch und Personen, die von der Securitas auf frischer Tat ertappt würden, müssten mit einer Anzeige rechnen.

Teure Spritztour

Viele Pinkler weichen deshalb auf Alternativen aus: Mittlerweile gibt es sogar Leute, die die Toiletten von stehenden Zügen benutzen. «Grundsätzlich stellen wir unseren Kunden Zugtoiletten zur Verfügung», sagt Franziska Frey dazu. Allerdings könne das Pinkeln in Zügen die Pinkler teuer kommen, nämlich dann, wenn der Zug abfährt und es zu einer unfreiwilligen Spritztour kommt. «Denn dann wäre ein Billett nötig, was das Geschäft verteuern würde.»

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