Stadt Bern führt grossflächig Tempo 20 ein

Im Berner Burgfeld soll eine Begegnungszone entstehen, die das ganze Quartier umfasst. Nicht alle Bewohner sind erfreut über die geplanten Massnahmen.

Im Burgfeld, in der Nähe der Kleinen Allmend, wird die bestehende Begegnungszone an der Spelterinistrasse bis an den Zentweg, die Mittelholzstrasse und die Gemeindegrenze von Ostermundigen ausgedehnt. «Wir werden sechs Zoneneingänge mit entsprechenden Verkehrsschildern markieren, sowie Spiel- und Aufenthaltsflächen mit grünen Gitternetzlinien kennzeichnen», sagt der städtische Verkehrsplaner Karl Vogel. Zudem würden Autoparkplätze versetzt angeordnet und Blumentröge als verkehrsberuhigende Elemente aufgestellt. Die Stadtregierung hat für das neue «Begegnungsquartier» 95’000 Franken gesprochen.

Bei vielen Bewohnern finden die geplanten Massnahmen Zuspruch. «Endlich wird hier etwas gemacht, denn die Strassen sind sehr verzweigt und die Kinder auf dem Weg in den Kindergarten werden von den Autofahrern häufig erst in letzter Sekunde bemerkt», sagt eine Anwohnerin. Das Quartier werde durch die Begegnungszone sicherer und lebendiger. Hausfrau und Mutter Cécile Grützner geht sogar noch einen Schritt weiter: «Das ist nur ein Tropfen auf einen heissen Stein.» Ihrer Ansicht nach sollte auch der gefährliche Zentweg in die Begegnungszone eingeschlossen werden.

Nicht alle freuen sich über Tempo 20

Kopfzerbrechen bereitet die geplante Tempo 20-Zone jedoch dem Gewerbe im Quartier. So wusste man in der Garage Schultheiss nichts von einer Begegnungszone: «Neben dem ganzen Verkehrstheater, das wir hier mit Ausstellungen und der BEA haben, kommt nun eine weitere Verkehrsbehinderung hinzu. Es wird deutlich mühsamer, mit dem Auto hierher zu gelangen», sagt der Betreiber. Und auch Malermeister Beat Zwygart ist skeptisch: «Man kann aus dem Quartier zwar ein Museum machen, aber irgendwo müssen auch die Autos durch.»

Mit der Umsetzung von grossflächigen Begegnungszonen erfüllt der Gemeinderat eine Forderung aus dem Stadtrat. Laut der Regierung gebe es im Burgfeld nur wenige Spielmöglichkeiten für Kinder, und viele Hauseingänge führten ohne Trottoir direkt auf die Strasse. Anwohner forderten deshalb immer wieder eine Verkehrsberuhigung.

Fussgänger haben Vortritt

In Begegnungszonen haben Fussgänger Vortritt und für Fahrzeuge gilt Tempo 20. «In der Stadt Bern gibt es heute bereits 82 kleinere Begegnungszonen in Wohnquartieren», sagt Verkehrsplaner Vogel. Nach jener im Burgfeld seien zwei weitere, grossflächige geplant: im Obstberg und im Breitfeld.

(mub/sda)

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