RBS lässt Gäste über Züge mitbestimmen

Bis 2020 will der RBS 16 neue Züge beschaffen. Nun sollen die Passagiere in einer Umfrage ihre Wünsche äussern.

Der RBS will bis 2020 16 neue Züge kaufen und damit die «Mandarinli» von Bern nach Worb ersetzen. Nach der ersten Phase setzt sie nun auch in der zweiten auf die Mitsprache ihrer Passagiere.

Den ersten Zug machte der RBS letzten Herbst, als die Fahrgäste während fünf Wochen Vorschläge zum neuen Bähnli einreichen konnten. Die Passagiere liessen ihrer Kreativität freien Lauf. «Ein Fahrgast wünschte sich einen Schleuderausstieg mit Gummibändern an den Ausgängen», sagt RBS-Mediensprecher Caspar Lösche, «die Fahrgäste sollten so schneller aus dem Zug befördert werden. Das ist natürlich witzig gemeint, kann aber von uns nicht realisiert werden.» Ein anderer Besucher wünschte sich rosa Fensterscheiben, um die Welt «durch eine rosa Brille» betrachten zu können; wiederum ein anderer hätte gern einen «Schlaf-Sarg» gehabt.

Der RBS hat die über 600 Vorschläge seiner Kunden geprüft und rund 25 davon als realisierbar eingestuft. Nun sollen die Fahrgäste erneut zum Zug kommen. In einer Umfrage dürfen sie bis zum 4. Februar über das Aussehen der neuen Bahn mitbestimmen oder angeben, was ihnen an der Innenausstattung wichtig ist. «Konkret geht es um die Bereiche Ein- und Ausstieg, das Verhältnis von Sitz- und Stehplätzen oder die Ausstattung», sagt Mediensprecher Caspar Lösche.

So hätten sich die Gäste bei der Ideensammlung immer wieder Steckdosen gewünscht. «Wir müssen abwägen, in welchem Rahmen sich solche Forderungen bei einer Durchschnittsfahrzeit von 11 Minuten lohnen.» Zudem müssten bei der Planung die Platzverhältnisse im Zug sowie das Gesamtgewicht berücksichtigt werden, «zum Beispiel wenn für die Steckdosen Kabel verlegt werden. Denn je schwerer ein Zug ist, desto mehr Energie wird verbraucht», so Lösche.

Internationale Ausschreibung

Doch auch beim Äusseren dürfen die Fahrgäste ihre Meinung kundtun: So lautet die erste Frage der Umfrage, ob die S7 künftig als S-Bahn, Tram oder Metro daherkommen soll. «Hier geht es um keine konkrete Massnahme, sondern darum, herausfinden, wie die Leute die S7 wahrnehmen», sagt Lösche. «Eine Metro beispielsweise ist vom Aussehen her kompakter, hat mehr Steh- als Sitzplätze und das Ein- und Aussteigen geht viel schneller.»

Wie die neuen Züge aussehen werden, wird erst nächstes Jahr bekannt. Dann wird der Auftrag international ausgeschrieben. «Interessierte Bahnhersteller werden sich dann bei uns melden.»

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