«Pelz verbieten? Was ist mit Kinderarbeit?»

Die Diskussion um das Pelzverbot in Clubs sorgt für rote Köpfe – mit oder ohne Fellkaputze. Die Mehrheit der Leser spricht sich für ein Verbot aus; andere bleiben kritisch.

Ob mit oder ohne Fellmütze auf dem Kopf: Die Diskussion um ein allfälliges Pelzverbot in Clubs spaltet die Gemüter der 20 Minuten-Leser. So sprachen sich bis Freitagnachmittag 63 Prozent der Teilnehmer für ein Verbot aus, während 28 Prozent der Ansicht waren, es sei nicht an den Betreibern, über das Tragen von Echtpelz zu bestimmen.

«Herzlichen Dank den Clubbetreibern für das Engagement und das grosse Herz!», freut sich etwa Leserin Engel über die «Vorbildfunktion, welche die Clubs mit der Aktion einnehmen.» Und auch Leser EFW findet das Verbot sinnvoll, da «die Menschen nicht einsehen, dass der Pelzproduktion eine qualvolle Tierhaltung vorausgeht». Ausserdem gebe es heutzutage genug Alternativen, meint Suu: «Wegen Pelz muss kein Tier mehr sterben!»

Keine Bevormundung durch Clubs

Andere Leser können dem zwar zustimmen, möchten bei der Kleiderwahl jedoch nicht von den Clubs bevormundet werden. «Ich bin absolut gegen Echtpelz», schreibt etwa Valnes. Er findet es jedoch bedenklich, dass Clubs den Leuten vorschreiben wollten, wie sie zu leben hätten. «Irgendwann heisst es dann: Du bist zu dick, du kommst hier nicht rein.» Und Tierliebhaber wittert gar eine Diktatur: «Bald sind nur noch Vegetarier willkommen.»

Einige Leser kritisieren das Verbot zudem als scheinheilig – so würde man zwar Pelz verbieten, Kinderarbeit jedoch weiterhin akzeptieren. «Wenn man schon faire und gute Produkte in seinem Besitz haben möchte, dann bitte komplett und richtig», fordert deshalb Celia. Der Argumentation, dass folglich auch Leder verboten gehöre, widerspricht Leserin Fabi: «Leder entsteht als Weiterverarbeitung – dafür müssen nicht extra Tiere getötet werden.» Indessen hält Harry Frey die Aktion für «nicht mehr als einen PR-Gag», damit die Betreiber «mit Gratisreklame in die Zeitung kommen».

Leserin M. S. zeigt kein Verständnis für das Pelzverbot in Clubs. Sie outet sich als Pelzträgerin und ist der Meinung, das Tier sei sowieso schon tot, deshalb spiele es keine Rolle «ob ich es trage oder sonst jemand. Das trug man schon vor 1000 Jahren, wieso nicht jetzt?»

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