Neuer Leichenwagen dank Fundraising

Der Berner Bestatter Jakob Zürcher sammelt per Fundraising Geld für ein Bestattungsfahrzeug. Wer das Projekt unterstützt, darf mit skurrilen Gegenleistungen rechnen.

Fünf Jahre lang war Jakob Zürcher Bestatter. Als ihm aus wirtschaftlichen Gründen vor acht Monaten gekündigt wurde, beschloss der Mann aus Frutigen, sich selbständig zu machen. «Bestatter ist ein Beruf, der viel Einfühlsamkeit erfordert. Es geht darum, für die Trauernden da zu sein und trotzdem im Hintergrund zu bleiben», sagt der 35-Jährige.

Kein Auftrag ohne Leichenwagen

Doch um den Traumberuf ausüben zu können, nützt auch viel Einfühlsamkeit wenig, wenn das wichtigste Arbeitsmittel fehlt: ein Bestattungsfahrzeug. Das Geld für die Karosse in Schwarz versucht der Bestatter deshalb über die Fundraising-Plattform 100days.net zusammenkriegen. 30’000 Franken würde ihn der Leichenwagen kosten – 2150 Franken hatte Zürcher am Dienstag bereits beisammen.

Die Supporter des Bestatters in spe gehen aber nicht leer aus: Bei einer Spende von 100 Franken unterhält sich Zürcher zum Dank per Telefon mit seinen Gönnern und beantwortet Fragen. Ab 250 Franken gibt es einen einstündigen Spaziergang durch den Friedhof und ein Gespräch «über Leben und Tod». Bei einem Betrag von 400 Franken nimmt sich der Bestatter drei Stunden Zeit für seine Gönner und informiert sie über das Projekt. Bei 1000 Franken lädt er gar zum Dinner.

«Meine Gegenleistungen sind natürlich unverbindlich», erklärt Jakob Zürcher. «Doch für meine Spender bin ich auch bereit, mir Zeit zu nehmen. Vielleicht gibt es ja einen besonderen Grund, weshalb eine Person gespendet hat.»

Wer Jakob Zürcher unterstützen will, kann über 100days.net spenden und mit dem Bestatter in Kontakt treten.

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