Für Zibeleschwimmer ist die Kälte etwas Schönes

Am Sonntagnachmittag traten Unerschrockene und Wasserratten zum traditionellen Zibeleschwümme an der Aare an. Mit von der Partie waren auch viele ausländische Besucher.

Diesen Sonntag fand bei schönstem Herbstwetter am Schönausteg an der Aare das 28. Zibeleschwümme statt. Bei einer Wassertemperatur von 9 bis 10°C sprangen die als Bären, Skelette oder karibische Tänzerinnen verkleideten Wasserratten ins eiskalte Nass.

Der in Bern lebende Deutsche Thomas Giesefeld war heuer bereits zum sechsten Mal am Zibeleschwümme mit dabei. «Es sind die Lust aufs kühle Nass, die Guggenmusik, die fröhliche Atmosphäre und die Leute, die man immer wieder trifft, die mich an diesem Event faszinieren», sagt der 51-jährige Unternehmer. In den Wintermonaten sei er beinahe jedes Wochenende an einem Kaltwasser-Schwimmen anzutreffen. So stünden im Dezember weitere Events am Vierwaldstättersee, Zürichsee und an der Limmat an. «Die letzten beiden Kaltwasserschwimmen finden an ein und demselben Tag statt», sagt Giesefeld stolz.

Erkältet habe er sich aber noch nie – im Gegenteil: «Seit ich schwimme, fühle ich mich körperlich fitter. Ich war seit Jahren nicht mehr krank. Das Schwimmen im kalten Wasser wirkt ähnlich wie eine Sauna. Es macht den Körper widerstandsfähiger und er kann sich schwankenden Temperaturen besser anpassen.» Ausserdem sei Kälte etwas Schönes: «Es ist wie eine Reinigung. Als würde jemand auf den Reset-Knopf drücken.»

«Anfänger sollten in der Dusche beginnen»

Auch Bernd Wichner ist dieses Jahr am Zibeleschwümme anzutreffen – bereits zum dritten Mal. Für den Event ist der 47-Jährige extra aus Stuttgart angereist. Anfängern, die sich fürs Kaltwasserschwimmen interessieren, rät er, zu Hause zu üben: «Am besten beginnt man, indem man die Temperatur beim Duschen reduziert. Ausserdem sollte man im Sommer möglichst oft im Freien schwimmen und die persönliche Badesaison verlängern – also nicht nur bis August, sondern auch im September oder Oktober im Freien ins Wasser gehen.» Die grösste Herausforderung bestehe beim Schwimmen unter 10 Grad. «Bei 10 Grad abwärts bemerkt der Körper Temperaturunterschiede von bereits einem Grad», sagt Wichner. «Allerdings kann ein gesunder Mensch so viele Minuten schadlos im kalten Wasser überstehen, wie das Wasser Grad hat.»

Die Strecke, die die Kaltschwimmer zurücklegen mussten, betrug 350 Meter und wurde von Rettungskräften gesichert. Aus Sicherheitsgründen wurden nur geübte Schwimmer zum Zibeleschwümme zugelassen.

Link 20 Minuten: Für Zibeleschwimmer ist die Kälte etwas Schönes

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