Bieler Abenteurer von Delfinen gerettet

Ein Bieler beschliesst, sein altes Leben hinter sich zu lassen und auf dem Töff drei Jahre um die Welt zu reisen. Seine Erlebnisse hat er nun in einem Buch veröffentlicht.

Dreieinhalb Jahre lang hat der Bieler Dylan Samarawickrama die Welt auf seinem Motorrad bereist. Zurück in der Schweiz veröffentlichte der 44-Jährige seine Erlebnisse in einem Buch und geht jetzt mit seinen Geschichten auf Tour.

«Angefangen hat alles im Winter 2010. Ich führte damals eine Autogarage im Glarnerland, doch ich war nicht zufrieden mit meinem Leben», sagt Samarawickrama, «ich wollte etwas anderes sehen.» Als sich nach kurzer Zeit die Gelegenheit ergab, die Garage zu verkaufen, überlegte Samarawickrama nicht lange.

Reisen wie Marco Polo

Wenige Wochen später begab sich der Bieler auf seine Reise. Wie lange diese dauern und wohin sie ihn führen würde, wusste er damals nicht. «Ich wusste nur, dass ich mit meinem Motorrad die Welt umrunden wollte», so der gebürtige Singhalese. Reisebücher habe er keine studiert. «Wenn man reist, dann sollte man Orte so entdecken, wie Marco Polo es getan hat. So ist man auch nicht enttäuscht, wenn etwas nicht wie im Reiseprospekt aussieht.»

Seine erste Route führte ihn über Russland nach Südskandinavien. Dann machte sich Samarawickrama auf Richtung Süden, durchquerte den Balkan und die Türkei sowie Syrien, Jordanien und Ägypten.

«Wenn ich jetzt die Nachrichten sehe, könnte ich weinen»

Kurz nach dem Start seiner Reise habe sich der Arabische Frühling mit den ersten Unruhen in der Region bemerkbar gemacht. Heute sei eine Reise nach Syrien undenkbar. «Die Leute dort waren einfach unglaublich nett», erinnert sich Samarawickrama, «wenn ich jetzt an diese Menschen zurückdenke und die Nachrichten sehe, könnte ich weinen».

Seine Reise führte Samarawickrama weiter bis nach Indien und von dort aus via Südostasien nach Australien. «Ich reiste dann via Kanada in Richtung Panama. Dort angekommen war die Strasse jedoch plötzlich zu Ende. Vor mir befand sich ein Dschungelsumpfgebiet, zudem war die Gegend berüchtigt für ihre Bandenkriege und Entführungen.»

Floss mit Motorradantrieb

Samarawickrama beschloss ein Floss zu bauen und den Seeweg nach Kolumbien zu nehmen. «Ich habe zehn leere Ölfässer in zwei Reihen mit Metallröhren verbunden. Das Motorrad habe ich darauf gestellt und einen Antrieb konstruiert, damit das Floss von dem Motorrad angetrieben wurde.»

Doch das Unternehmen erwies sich schwieriger als gedacht. Der gelernte Automechaniker kannte sich sich auf dem Meer nicht aus und wurde samt Floss von einer Strömung ins Meer gerissen. «Ich trieb 130 Kilometer von der Küste entfernt und verlor die Orientierung», erinnert sich der Bieler. Dort fuhr er tagelang im Kreis und geriet in zwei Stürme.

Wände aus Wasser

«Wenn man nur von Wänden aus Wasser umgeben ist, weiss man nicht, ob man da lebend wieder raus kommt. Doch dann geschah etwas, was man nur im Kino sieht. Da waren plötzlich Delfine und ich hatte das Gefühl, sie wollten mir den Weg hinaus zeigen.» Samarawickrama fuhr den Tieren hinterher und gelang in eine Strömung, die ihn an die Küste schwemmte.

Wie die Reise ausgegangen ist, erzählt der Bieler auf seiner Lesetour «Am Ende der Strasse». «Ich habe vieles gesehen, was mein Leben verändert hat», sagt der 44-Jährige. «Wir versuchen unser Leben mit materiellen Dingen zu erfüllen, doch zum Glücklichsein braucht es mehr.» Davon will er seinen Zuhörern erzählen, sowie Dias und Videos zeigen. «Dann werden sie auch die Geschichte mit den Delfinen glauben.»

Der nächste Vortrag findet am 13.02. im Hotel Weisses Kreuz in Lyss statt.

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