Berner sollen lernen, mehr Leben zu retten

Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Nun setzt das Inselspital auf mehr Defibrillatoren an öffentlichen Orten und bilden Laien als Helfer aus.

Herz- und Kreislaufkrankheiten sind die häufigste Todesursache in der Schweiz. Jährlich sterben rund 21’000 Personen daran, davon rund 8000 an Herzinfarkten. Nun hat das Inselspital gemeinsam mit der Schweizerischen Herzstiftung das Projekt Bern Heart ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist es, mehr Menschenleben zu retten.

«Bei einem Herzinfarkt oder Herzstillstand bleibt den Rettern nur sehr wenig Zeit», sagt Thomas Mössinger, Manager des Departements Herz und Gefässe an der Insel. «Jede Minute zählt. Mit unserem Konzept wollen wir einerseits an gut frequentierten Stellen in der Stadt Bern Defibrillatoren anbringen, andererseits sogenannte First Responder ausbilden.»

«Defis» an drei Standorten

Die ersten Defibrillatoren werden beim Loeb, beim Hotel Schweizerhof und bei der städtischen Finanzdirektion angebracht. An all diesen Standorten werde Personal geschult, das mit den lebensrettenden Geräten umgehen könne, betont Mössinger. Dieses Netzwerk soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden. «Wir werden den Einsatz bestehender Defibrillatoren in der Stadtverwaltung analysieren und dann über weitere geeignete Standorte entscheiden», so Mössinger.

Benutzt werden können die Geräte grundsätzlich von jedermann. Allerdings hätten viele Leute Angst, überhaupt etwas zu tun. Das Inselspital will deshalb gezielt Laien zu Lebensrettern ausbilden. Wer sich für eine Tätigkeit als First Responder interessiert, muss im Vorfeld einen Kurs absolvieren. «Es handelt sich um eine Schulung, die mit einem Fähigkeitsausweis abgeschlossen wird. Die entsprechenden Personen können dann in einer Notfallsituation von den Rettungskräften alarmiert und zur entsprechenden Stelle gelotst werden.»

Schneller als die Sanität

Helfer könnten dank moderner Technik sogar vor den Sanitätern bei den Betroffenen vor Ort sein: «Bis die Sanitäter eintreffen, kann es je nach topographischer Lage manchmal bis zu einer Viertelstunde dauern. Diese Zeit ist in einem Notfall sehr wertvoll. Wenn man Helfer mithilfe eines Smartphones zum Opfer lotsen kann, ist die Chance grösser, damit Leben zu retten», erklärt Mössinger. Zudem hätte der Einsatz von First Respondern im Emmental deutliche Erfolge gezeigt: «Während zuvor rund fünf Prozent der Reanimationen erfolgreich verliefen, stieg diese Zahl seit dem Einsatz der Helfer auf über 20 Prozent.»

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