Berner Regisseur zeigt Kampf für die Tibeter

In einer neuen Form des Protests zünden sich Tibeter an. Auf der Suche nach Antworten begleitet der Berner Regisseur Dodo Hunziker einen Exil-Tibeter in seine Heimat.

Es ist ein Konflikt, der seit über 60 Jahren andauert. So lange kämpft das tibetische Volk bereits für seine Freiheit – bisher erfolglos. In den letzten Jahren ist denn auch eine neue Art des Protests aufgekommen: Bei der Selbstverbrennung übergiessen sich Tibeter mit Benzin und zünden sich an. Der in Bern lebendeMusiker und Exil-Tibeter Loten Namling ist erschüttert über die Entwicklung in seinem Heimatland. Gemeinsam mit dem Berner Filmemacher Dodo Hunziker machte er sich deshalb vor zwei Jahren auf eine Reise quer durch die Schweiz und später bis ins nordindische Dharamsala. Daraus entstand der Dokumentarfilm «Tibetan Warrior».

«Im Film geht es um die Frage: Wie geht man damit um, wenn man gewaltfrei bleiben will, aber mit Gewalt konfrontiert ist?», sagt Regisseur Dodo Hunziker. Angefangen hat alles mit Namlings Plan, mit einem selbst gebauten Sarg von Bern nach Genf zu marschieren. «Das war eine symbolische Handlung und die Initialzündung für den Film. Als Namling mit dem Sarg in Genf ankam, merkte ich, dass die Geschichte nach den zwei Monaten noch lange nicht zu Ende war», sagt Hunziker, «ich habe Namling dann weitere zwei Jahre unter anderem bis nach Indien begleitet.»

«Sarg repräsentiert Aussterben der tibetischen Kultur»

Doch wieso reiste ein Mann mit einem Sarg beladen von Bern nach Genf? «Ich wollte auf das Leiden der Tibeter aufmerksam machen, die sich aus Verzweiflung über die chinesische Politik angezündet haben», sagt Musiker Loten Namling. «Dadurch, dass die chinesische Regierung Journalisten den Zugang in den Tibet verweigert, weiss die Welt nicht, was dort geschieht. Der Sarg sollte das Aussterben des tibetischen Volks repräsentieren, seiner Sprache und seiner über 4000 Jahre alten Kultur.»

In Indien angekommen, trafen die beiden Männer schliesslich auf Namlings Familienangehörige, auf Politiker und Aktivisten und erkundeten sich über die Geschichte Tibets und die Politik Chinas. Endstation der Reise war der Hauptsitz des Dalai Lama. Loten Namling, der sich voller Hoffnung auf die Reise gemacht hatte, befand sich mittlerweile in einer Sinneskrise. «Ich hatte gesehen, dass wir Tibeter mit allen Mitteln protestierten – auch mit dem eigenen Leben. Und doch hat alles nichts gebracht – im Gegenteil. Ich wollte einen Ratschlag vom Dalai Lama, was ich in dieser Situation noch für das tibetische Volk tun konnte – seine Antwort veränderte meine Sichtweise komplett.» Was ihm der Dalai Lama gesagt hat, will Namling jedoch nicht verraten, «das können sich die Leute im Film ansehen».

«Tibetan Warrior» ist ab dem 12. Februar in den Berner Kinos zu sehen.

>> Link 20 Minuten

::: © EVERYTHING IS COPYRIGHTED :::
Albina Muhtari
Breiteweg 1
3006 Bern / Switzerland
hello[at]binawritesfor.me