«Am Zibelemärit stehe sogar ich früh auf»

Für tausende Besucher ist der Zibelemärit das Highlight des Jahres. Mit insgesamt 91 Reisecars pilgerten auch hunderte Auswärtige in die Bundesstadt.

Mit Konfetti und Gummihämmerli bewaffnet zogen am frühen Montagmorgen wieder tausende Besucher durch die Gassen der Bundesstadt und feierten ihren Zibelemärit. Lange vor dem Morgengrauen begann der Markt für die Standbetreiber: «Wir sind bereits um 2.30 Uhr von Mont Vully in der Nähe des Murtensees losgefahren», sagt Sipp Ännick, die einen der Zwiebelstände in der Marktgasse betreibt. «Für den Aufbau des Standes haben wir ungefähr zwei Stunden gebraucht.» Hinter der fertigen Zwiebelzöpfen am Stand steckt viel Vorbereitung. Einen Teil davon flicht Ännick selbst – mit den Zwiebeln aus dem Bio-Bauernhof ihres Mannes. Den Rest lässt sie von Mitarbeiterinnen herstellen.

Händler legen Wert auf Handarbeit

Wert auf Handarbeit legen auch die bärtigen Jungs vom Stand Lehmann Müntschemier und Marti Kallnach. Sie spannen dafür gar ihre Verwandten ein. «Die Zwiebeln werden von unseren Grossmüttern geflochten und sind die besten im ganzen Seeland», sagt Michael Lehmann stolz. Als Beweis hängt das Foto vom Grosi beim Zwiebelzopfflechten am Stand. Mit insgesamt 500 Kilo Zwiebeln im Gepäck sind die Seeländer angereist. «Bis 11 Uhr wird alles weg sein», ist Lehmann überzeugt.

«Der Zibelemärit ist eine willkommene Abwechslung»

Von der aufkommenden Kritik, der Zibelemärit verkomme zu einem kommerziellen Anlass, war bei den Besuchern nur wenig zu spüren. Zahlreiche Märit-Besucher zogen mit Familie und Freunden durch Berns Gassen, genossen Zibelechueche und Glüehwy und versuchten Konfettiattacken zu entkommen. So auch Besucherin Patricia Sauter, die mit ihrem Vater und Freunden ein Glas Glühwein geniesst: «Normalerweise bin ich eine Langschläferin. Aber am Zibelemärit stehe sogar ich früh auf.» Und Freundin Tuxa Ayus fügt hinzu: «In Bern ist sonst nicht so viel los. Da ist der Zibelemärit eine willkommene Abwechslung.»

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